Stundensatz als Handwerker berechnen: die richtige Rechenlogik

Direkt-Antwort

Den Stundensatz berechnest du, indem du deine jaehrlichen Kosten, also Personalkosten, Gemeinkosten und einen Gewinnzuschlag, durch die produktiven Stunden pro Jahr teilst. Entscheidend sind die produktiven Stunden: Von den bezahlten Stunden gehen Ferien, Feiertage, Krankheit, Weiterbildung und unproduktive Zeiten ab. Wer mit den Bruttostunden rechnet, setzt den Satz zu tief an.

Das Wichtigste in Kuerze

  • Formel: (Personalkosten plus Gemeinkosten plus Gewinnzuschlag) geteilt durch produktive Stunden pro Jahr.
  • Produktive Stunden sind deutlich weniger als bezahlte Stunden, oft nur etwa 60 bis 75% davon.
  • Gemeinkosten umfassen Fahrzeug, Werkzeug, Versicherungen, Buero, Software und Verwaltung.
  • Material wird separat verrechnet, der Stundensatz deckt die Arbeit.
  • Branchenverbaende veroeffentlichen Richtwerte, der eigene Satz ergibt sich aber aus den eigenen Zahlen.

Warum produktive Stunden zentral sind

Ein Mitarbeiter wird zwar fuer rund 2'000 Stunden im Jahr bezahlt, ist aber nicht 2'000 Stunden auf der Baustelle. Ferien, Feiertage, Krankheit, Weiterbildung, Fahrten, Offertenarbeit und Leerlauf reduzieren die verrechenbare Zeit. Bleiben zum Beispiel rund 1'400 produktive Stunden, muessen alle Kosten und der Gewinn auf diese 1'400 Stunden verteilt werden, nicht auf 2'000. Genau hier rechnen viele Betriebe zu knapp.

Die Rechnung Schritt fuer Schritt

Zuerst summierst du die jaehrlichen Personalkosten inklusive Sozialleistungen. Dann addierst du die Gemeinkosten: Fahrzeug, Werkzeug, Versicherungen, Buero, Software und Verwaltung. Auf die Summe schlaegst du einen Gewinnzuschlag, denn der Betrieb soll etwas verdienen. Diese Gesamtsumme teilst du durch die produktiven Stunden. Das Ergebnis ist dein kostendeckender Stundensatz, den du je nach Markt und Leistung nach oben anpasst. Material rechnest du separat ab, der Stundensatz deckt die Arbeit.

Stundensatz und Balio

In Balio hinterlegst du deinen Stundenansatz und verwendest ihn in Offerten und Rapporten. Die Zeiterfassung haelt fest, wie viele Stunden tatsaechlich auf einen Auftrag laufen, was dir hilft, deine Kalkulation mit der Realitaet abzugleichen. Die eigentliche Kostenrechnung machst du in deiner Buchhaltung oder mit dem Treuhaender, Balio liefert die Stundendaten. Balio kostet ab CHF 49 pro Monat, 14 Tage gratis.

Haeufige Fragen

Wie berechne ich meinen Stundensatz? Teile deine jaehrlichen Kosten, also Personalkosten, Gemeinkosten und Gewinnzuschlag, durch die produktiven Stunden pro Jahr.

Was sind produktive Stunden? Die tatsaechlich verrechenbaren Arbeitsstunden, nach Abzug von Ferien, Feiertagen, Krankheit, Weiterbildung, Fahrten und Leerlauf. Oft nur etwa 60 bis 75% der bezahlten Stunden.

Gehoert das Material in den Stundensatz? Nein. Material wird separat verrechnet. Der Stundensatz deckt die Arbeit und die anteiligen Gemeinkosten.

Gibt es Richtwerte fuer meinen Beruf? Branchenverbaende veroeffentlichen Anhaltspunkte. Dein konkreter Satz ergibt sich aber aus deinen eigenen Kosten und produktiven Stunden.

Quellen

  • SEKUNDAER: Schweizer Branchenverbaende und Kalkulationsgrundlagen im Handwerk.
  • Hinweis: Balio-Funktionen gemaess Produktstand Juni 2026. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Von Kevin Sachs, Geschäftsführer · Veröffentlicht am 22. Juni 2026

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