Ratgeber

QR-Rechnung mit strukturierter Adresse (Typ S): So machst du es richtig

Die strukturierte Adresse Typ S in der Swiss QR-Bill ist seit 21. November 2025 Pflicht. Wir zeigen den Unterschied zu Typ K, wo Excel-Vorlagen scheitern und wie ein sauberer Workflow aussieht.

Warum die strukturierte Adresse eingeführt wurde

Bei der ursprünglichen QR-Bill (v2.0/v2.1/v2.2) konnten Adressen als freier Text in zwei Zeilen geschrieben werden, der sogenannte Typ K (Kombiniert). Praktisch flexibel, technisch aber problematisch: keine Validierung, keine automatische Adress-Erkennung, keine Konsistenz zwischen verschiedenen Anbietern.

Mit v2.3 ab 21. November 2025 ist Typ S (Strukturiert) Pflicht. Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort sind separate Datenfelder. Vorteile: Banken können maschinell validieren (PLZ existiert? Strasse passt zur PLZ?), Buchhaltungen können nach Adressen sortieren und filtern, Adress-Korrektur-Dienste können automatisch Tippfehler vorschlagen.

Wo Excel-Vorlagen scheitern

Excel-Vorlagen für QR-Rechnungen, die vor 2025 erstellt wurden, basieren meist auf Typ K. Eine typische Excel-Zelle enthält «Müller AG, Hauptstrasse 12, 8000 Zürich» als String. Selbst wenn der QR-Generator des Drittanbieters Typ S unterstützt, ist die Excel-Datenstruktur nicht dafür gemacht. Die Folge: ein nicht-konformer QR-Code wird generiert, die Bank lehnt ab.

Auch alte Word-Vorlagen mit eingebettetem Text-Field für die Adresse haben dasselbe Problem. Wer mit solchen Tools arbeitet, sollte spätestens jetzt prüfen, ob seine Rechnungen tatsächlich Typ-S-konform sind.

Wie ein sauberer Workflow aussieht

Schritt eins: Kunden-Stammdaten strukturiert erfassen. Strasse, Hausnummer, PLZ, Ort als getrennte Felder. Wenn deine Software das nicht anbietet, ist sie nicht v2.3-konform.

Schritt zwei: bei der Rechnungserstellung wird die strukturierte Adresse direkt in den QR-Code eingebaut. Der Kunde scannt mit der Banking-App, sieht eine saubere Vorschau, bestätigt mit einem Klick.

Schritt drei: Zahlungseingang kontrollieren. Dank QR-Referenz und sauberen Stammdaten siehst du im E-Banking sofort, welche Zahlung zu welcher Rechnung gehört, und markierst sie in der Software mit einem Klick als bezahlt. Kein manueller Excel-Abgleich mehr.

Migration aus alten Systemen

Wer bisher mit Typ K gearbeitet hat, sollte nicht panisch alle Bestands-Rechnungen neu ausstellen, bereits gezahlte Rechnungen sind erledigt. Die Migration betrifft nur künftige Rechnungen. Bei Balio läuft die Migration so:

  • Excel-Import liest die alte Adress-Spalte
  • Automatischer Parser zerlegt sie in Strasse + Hausnummer + PLZ + Ort
  • Edge-Cases (Hausnummer-Zusatz «a», Stockwerk-Angaben, Postfach-Adressen) werden zur manuellen Bestätigung angezeigt
  • Nach der Bestätigung sind alle künftigen QR-Rechnungen automatisch Typ-S-konform

Weiterführend

Was kommt als Nächstes: Swiss QR-Bill v2.4 ab 13. November 2026. Glossar-Definition: Swiss QR-Bill.

Häufige Fragen

  • Was ist der Unterschied zwischen Typ S und Typ K?

    Typ K (Kombiniert) speichert die Adresse als zwei freie Textzeilen, z.B. «Hauptstrasse 12» und «8000 Zürich». Typ S (Strukturiert) speichert Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort in vier separaten Datenfeldern. Typ S ermöglicht maschinelle Validierung und automatische Adress-Korrektur, Typ K nicht.

  • Was passiert wenn ich noch Typ-K-QR-Rechnungen schicke?

    Seit 21. November 2025 ist Typ S Pflicht und Typ K nicht mehr zulässig. Banken weisen Typ-K-QR-Rechnungen zunehmend zurück oder verarbeiten sie mit Verzögerung. Deine Kunden bekommen die Zahlung nicht durchgebucht, müssen am Postschalter manuell einreichen, oder zahlen verzögert. Im schlimmsten Fall geht die Zahlung gar nicht durch.

  • Wie weiss ich, ob meine Software Typ S erzeugt?

    Drei Indikatoren: (1) Die Software hat im Kunden-Stammdaten-Formular GETRENNTE Felder für Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort. Wenn nur «Adresszeile 1» und «Adresszeile 2», Verdacht auf Typ K. (2) Bei der QR-Code-Erstellung wird die Adresse aus diesen vier Feldern zusammengebaut. (3) Die Software bestätigt explizit «QR-Bill v2.3 konform».

  • Was tun mit alten Kunden-Daten in Excel?

    Wenn deine Kunden-Liste in Excel als «Hauptstrasse 12, 8000 Zürich» in einer Zelle steht: bei Migration in eine moderne Software wie Balio wird die Spalte automatisch geparst, du kontrollierst und korrigierst manuell die Edge-Cases (Strasse mit Hausnummer-Zusatz wie «12a», «12 / 5»).

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