Ratgeber

Software für Elektriker in der Schweiz: Worauf 2026 wirklich ankommt

Schweizer Elektroinstallateure haben spezifische Software-Anforderungen: NIN-konforme Rapporte, Material-Pakete pro Auftrag, Saldosteuersatz 5.3% oder 4.5%, Notdienst-Stunden mit Zuschlägen. Wir zeigen, was bei der Auswahl wichtig ist.

Was Schweizer Elektriker-Betriebe spezifisch brauchen

Drei Bereiche sind für Elektroinstallateure besonders wichtig:

1. NIN-konforme Mess-Protokolle

Wer Niederspannungs-Installationen abnimmt, ist nach NIV (Niederspannungs-Installations-Verordnung) verpflichtet, Mess-Protokolle zu erstellen und aufzubewahren. Eine moderne Software übernimmt die Mess-Werte direkt vom Tester per Bluetooth oder QR-Code-Scan, befüllt das Protokoll automatisch und versendet es als PDF an den Auftraggeber.

2. Material-Pakete pro Auftrag

Im Gegensatz zum Maler hat der Elektriker einen hohen Material-Anteil pro Auftrag. Schalter, Steckdosen, Leitungen, Sicherungen, Verteiler. Eine Software, die Material-Listen aus Lieferanten-Katalogen importiert (Elektro-Material AG, Otto Fischer, Winterhalter + Fenner), spart enorm Zeit. Voice-Eingabe der Material-Liste ist 2026 erstmals praktikabel.

3. Service-Stunden mit Zuschlägen

Notdienst-Einsätze, Wochenend-Service und Feiertags-Aufträge brauchen automatische Zuschlags-Berechnung. Stundensatz CHF 120 wird zu CHF 180 nachts, CHF 150 am Wochenende. Software, die das nicht automatisch erkennt, führt zu fehlerhaften Rechnungen oder zeitaufwändiger manueller Korrektur.

Was sekundär wichtig ist

  • Voice-Stundenrapport: zwischen zwei Service-Einsätzen schnell die letzte Stunde durchsprechen, statt am Abend in Excel zu tippen
  • Foto-Doku Vorher/Nachher: bei Reparatur-Aufträgen oft für Versicherungs-Schadenmeldungen oder Garantie-Fälle relevant
  • QR-Rechnung mobil: nach dem Auftrag direkt vom Lieferwagen aus erstellen
  • bexio-Bridge: viele Schweizer Elektriker arbeiten mit bexio für Buchhaltung, Voice-Layer obendrauf statt Wechsel

Wettbewerbs-Übersicht für Elektriker

Häufige Fragen

  • Was ist der Saldosatz für Elektroinstallateure?

    Die ESTV unterscheidet je nach Tätigkeitsschwerpunkt: 5.3% bei Elektroinstallationen mit überwiegend Material-Anteil (z.B. Neubau-Installationen), 4.5% bei überwiegend Arbeitsanteil (z.B. Service, Wartung, Reparatur). Die Zuteilung erfolgt mit der ESTV-Anmeldung als selbstständig.

  • Muss meine Software NIN-Mess-Protokolle erstellen?

    Wenn du Niederspannungs-Installationen abnimmst, ja. Mess-Protokolle nach aktueller NIN sind Pflicht und müssen aufbewahrt werden (NIV). Eine Software, die Mess-Werte direkt vom Tester (z.B. Fluke, Metrel) übernimmt und in PDF-Protokollen zusammenfasst, kann dir mehrere Stunden pro Woche sparen.

  • Wie funktioniert Notdienst-Abrechnung?

    Notdienst-Stunden haben höhere Stundensätze (typisch +50% nachts, +25% am Wochenende, +100% an Feiertagen) plus Anfahrtspauschale (CHF 50-150). Die Software muss diese Zuschläge automatisch je nach Datum/Zeit hinterlegen, sonst rechnet niemand das fehlerfrei manuell aus.

  • Was kostet Elektriker-Software typischerweise?

    Solo: CHF 30-60/Monat. Mikro (2-5 MA): CHF 100-180/Monat. Klein (6-10 MA): CHF 180-300/Monat. Spezial-Software für Elektroplanung (Plancad, Treesoft) liegt deutlich höher (CHF 200-500/Monat), bietet aber Plan-Erstellung und Schemata.