QR-Rechnung Schritt für Schritt: So machst du es richtig.
Seit 2020 Pflicht, in der Praxis aber jeden Tag neu eine kleine Hürde. Wir gehen die QR-Rechnung von vorne durch, mit allen Stolperfallen, die wir in der Werkstatt gesehen haben.
Seit 2020 Pflicht, in der Praxis aber jeden Tag neu eine kleine Hürde. Wir gehen die QR-Rechnung von vorne durch, mit allen Stolperfallen, die wir in der Werkstatt gesehen haben.
Die QR-Rechnung ist seit Oktober 2022 der einzige zulässige Einzahlungsschein in der Schweiz. Roter und oranger Schein sind Geschichte. Trotzdem landen jeden Monat Hunderte von Handwerker-Rechnungen am Postschalter, weil irgendwo eine Ziffer falsch sitzt. Die Bank lehnt ab, der Kunde ruft zurück, du erklärst es nochmal. Genau diese Schleife wollen wir hier aufbrechen.
Dieser Artikel ist für dich, wenn du Offerten und Rechnungen selbst schreibst, Excel-Templates pflegst oder gerade von einem alten ERP wegmigrierst. Kein Marketing, kein „Digitalisierung ist toll“, sondern was du wirklich wissen musst.
Eine QR-Rechnung ist eine ganz normale Rechnung mit einem Zahlteil unten dran. Auf dem Zahlteil steht ein Swiss QR Code, der alle Zahlungsinformationen enthält: Empfänger, Betrag, Währung, Verwendungszweck, Referenznummer. Dein Kunde scannt den Code mit der E-Banking-App, prüft den Betrag, bestätigt. Fertig.
Klingt einfach. Ist es auch, wenn der Code stimmt. Wenn nicht, hast du das Problem in zwei Wochen am Telefon. Drei Dinge müssen sitzen: die richtige IBAN-Variante, der passende Referenztyp und ein lesbares Layout.
Es gibt zwei Wege, eine QR-Rechnung zu generieren, und sie verhalten sich komplett unterschiedlich.
Für Handwerker mit mehr als 30 Rechnungen pro Monat empfehlen wir QR-IBAN plus QR-Referenz. Du sparst dir manuelle Zuordnung in der Buchhaltung, und camt.054-Daten kommen direkt in deine Software zurück. Für Einzelfirmen mit zwei Rechnungen die Woche reicht die normale IBAN ohne Referenz vollkommen.
Wir haben in den letzten zwölf Monaten Daten von rund 8.000 abgelehnten QR-Rechnungen ausgewertet, gemeinsam mit zwei Schweizer Kantonalbanken. Die Top-Fehler sind unspektakulär, aber sehr lehrreich.
Du nutzt eine QR-IBAN, hängst aber eine SCOR-Referenz oder gar keine Referenz dran. Die Bank weist das ab, weil eine QR-IBAN per Standard zwingend eine 27-stellige QR-Referenz verlangt. Mit Prüfziffer am Ende.
Spiegelbildlich. Du nutzt deine normale Geschäfts-IBAN, hängst aber eine 27-stellige Nummer dran. Auch das geht nicht durch. Eine QR-Referenz ist ausschließlich für QR-IBANs reserviert.
Im QR-Code muss der Betrag mit Punkt als Dezimaltrennzeichen und ohne Tausenderpunkt stehen. 1234.50 geht. 1.234,50 oder 1’234.50 sind ungültig und führen dazu, dass der Empfänger den Betrag manuell eingeben muss, was wieder Fehlerpotenzial schafft.
Die SIX-Spec begrenzt jede Adresszeile auf 70 Zeichen. Lange Firmennamen mit Rechtsform und Strasse plus Hausnummer kommen schnell darüber. Lange Adressen werden in der App des Kunden abgeschnitten oder lehnen den Scan ab.
Klingt banal, ist aber real. Der QR-Code muss mit mindestens 600 dpi gedruckt werden, sonst lassen sich die Module nicht sauber lesen. Tintenstrahler aus dem 2014er-Bestand schaffen das oft nicht mehr. Wenn du PDF an den Kunden schickst, hast du das Problem nicht.
Die SIX hat 2024 die Implementation Guidelines auf Version 2.3 aktualisiert. Die wichtigsten Punkte für Handwerker:
Ohne Software geht es theoretisch mit dem QR-Generator der SIX, einem PDF-Editor und manueller Buchhaltung. Praktisch ist das ab der dritten Rechnung pro Woche eine Tortur. Mit balio sieht der Ablauf so aus:
Vom „Auftrag fertig“ bis „Rechnung verschickt“ vergehen bei den meisten Betrieben heute zwei Minuten. Vor sechs Monaten waren es zwanzig.
Eine saubere QR-Rechnung reduziert Rückfragen drastisch. Wenn der Kunde scannt, sieht er Empfänger, Betrag, Referenz und Verwendungszweck eindeutig. Tippfehler bei der Übernahme verschwinden. Das macht das Mahnwesen einfacher, weil offene Posten sich nicht durch falsche Zuordnungen aufstauen.
Wir haben bei einem mittelgroßen HLKS-Betrieb gemessen: Vor der Umstellung auf strukturierte QR-Referenzen lagen pro Monat im Schnitt elf Rechnungen für mehr als 30 Tage offen, weil Zahlungen nicht zugeordnet werden konnten. Drei Monate später waren es zwei.
Selten, aber kommt vor: Ältere Kunden ohne E-Banking gehen mit der Rechnung zur Post. Der Schalter scannt, prüft, druckt eine Quittung. Wenn dort etwas nicht stimmt, liegt es fast immer an einem der oben genannten fünf Fehler. Schick die PDF nochmal frisch, kontrolliere QR-IBAN und Referenz, dann läuft es.
Für Kunden, die lieber per TWINT zahlen wollen: Du kannst auf der Rechnung einen TWINT-QR direkt unter dem SIX-QR platzieren, das ist erlaubt und beschleunigt die Zahlung im Privatkundengeschäft messbar.
Die QR-Rechnung ist kein Hexenwerk, aber sie verzeiht keine Schludrigkeit. Wer das Format einmal sauber aufgesetzt hat, denkt nicht mehr drüber nach. Wer es manuell macht, hat jeden Monat dasselbe Theater.
Was du als nächstes tun kannst:
QR-Rechnung mit automatischer Referenz, camt.054-Abgleich, Mahnwesen. Alles in balio. 14 Tage gratis, ohne Vertrag.